So möchte
ich mich zum Schluss meiner kunstgeschichtlichen Betrachtung zum Thema
Pferd einem expressionistischen Künstler, nämlich
Franz Marc zuwenden.
Es gäbe wohl Stoff genug um eine reine Facharbeit
über Pferde bei Franz Marc zu schreiben und so muss ich mich auch bei
diesem, meinem persönlichen Lieblingskünstler, auf das Wesentliche
beschränken.
Geboren
wurde Marc 1880 in München. Schon als Kind hatte er ein enges Verhältnis
zu Tieren doch steht ihm keine Tierart so nahe „wie das Pferd“
Während
seines Militärdienstes 1899/1900 kommt er in näheren Kontakt mit diesen
Wesen und lernt reiten. Später beobachtet er sie auf der Koppel und malt
auch „in ihrer unmittelbaren Nähe auf der Weide.“
In den Jahren 1905/1906 setzt Marcs intensivere Beschäftigung mit dem
Thema Pferd ein. Im Laufe der Zeit entstehen so über 30 Skizzenbücher
mit Detailstudien, die ihm zu seinen Bildfindungen dienen. Gleichsam
versuchte er die Natur auswendig zu lernen so soll er sich „immer wieder
die einzelnen Körperteile der Tiere, wie Hufe, Gelenkansätze usw.,
eingeprägt [haben] um diese dann zu Hause aus dem Gedächtnis“zu
zeichnen. Des weiteren widmet Marc sich Anatomiestudien und besucht den
Anatomieunterricht, den er jedoch aus finanziellen Gründen wieder
aufgeben muss. Im Laufe seines Lebens entstehen zahlreiche Pferdebilder,
die anfangs noch gegenständlich, immer mehr abstrahiert werden
Gleichzeitig entwickelt er eine neue Farbtheorie. So schreibt er 1911 in
einem Brief an seinen Freund und Malerkollegen August Macke: „Ich
werde dir nun meine Theorie von Blau, Gelb und Rot auseinandersetzen, die
Dir wahrscheinlich ebenso >spanisch< vorkommt wie mein Gesicht. Blau
ist das männliche Prinzip, herb und geistig. Gelb ist das weibliche
Prinzip, sanft, heiter und sinnlich. Rot die Materie,
brutal und schwer und stets die Farbe, die von den anderen beiden bekämpft
und überwunden werden muss!“
Selbst während
des ersten Weltkrieges arbeitet Marc an seinem Skizzenbuch aus dem Felde
bis er im März 1916 fällt.
Die Art
und Weise wie Marc die meisten seiner Bilder malte lässt sich am besten
mit seinem eigenen Worten beschreiben: „Wir werden nicht mehr den Wald
oder das Pferd malen, wie sie uns gefallen oder scheinen, sondern wie
sie wirklich sind, wie sich der Wald oder das Pferd selbst fühlen,
ihr absolutes Wesen, das hinter dem Schein lebt, den wir nur sehen.“
Mit diesen Worten möchte
ich auch meine kunstgeschichtliche Betrachtung zum Thema Pferd schließen.
Zusammenfassend kann man
sagen, dass das Thema Pferd seit Jahrtausenden in der Kunstgeschichte
auftritt. Sei es als Jagdbeute, Mittel zur Unterstreichung der eigenen
Macht und des eigenen Ansehens oder als Teil der Natur und eigenständiges
Wesen.