Pferde in der Geschichte des Menschen
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Eine bildnerische Auseinandersetzung


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Franz Marc – Pferdekopf – 1906

Franz Marc – Weidende Pferde I – 1910

 

Franz Marc – Blaues Pferd I – 1911

 

Franz Marc – Der Turm der blauen Pferde - 1912

 

So möchte ich mich zum Schluss meiner kunstgeschichtlichen Betrachtung zum Thema Pferd einem expressionistischen Künstler, nämlich 
Franz Marc
zuwenden.

Es gäbe wohl Stoff genug um eine reine Facharbeit über Pferde bei Franz Marc zu schreiben und so muss ich mich auch bei diesem, meinem persönlichen Lieblingskünstler, auf das Wesentliche beschränken.

Geboren wurde Marc 1880 in München. Schon als Kind hatte er ein enges Verhältnis zu Tieren doch steht ihm keine Tierart so nahe „wie das Pferd“[1]

Während seines Militärdienstes 1899/1900 kommt er in näheren Kontakt mit diesen Wesen und lernt reiten. Später beobachtet er sie auf der Koppel und malt auch „in ihrer unmittelbaren Nähe auf der Weide.“[2] In den Jahren 1905/1906 setzt Marcs intensivere Beschäftigung mit dem Thema Pferd ein. Im Laufe der Zeit entstehen so über 30 Skizzenbücher mit Detailstudien, die ihm zu seinen Bildfindungen dienen. Gleichsam versuchte er die Natur auswendig zu lernen so soll er sich „immer wieder die einzelnen Körperteile der Tiere, wie Hufe, Gelenkansätze usw., eingeprägt [haben] um diese dann zu Hause aus dem Gedächtnis“[3]zu zeichnen. Des weiteren widmet Marc sich Anatomiestudien und besucht den Anatomieunterricht, den er jedoch aus finanziellen Gründen wieder aufgeben muss. Im Laufe seines Lebens entstehen zahlreiche Pferdebilder, die anfangs noch gegenständlich, immer mehr abstrahiert werden Gleichzeitig entwickelt er eine neue Farbtheorie. So schreibt er 1911 in einem Brief an seinen Freund und Malerkollegen August Macke: „[4]Ich werde dir nun meine Theorie von Blau, Gelb und Rot auseinandersetzen, die Dir wahrscheinlich ebenso >spanisch< vorkommt wie mein Gesicht. Blau ist das männliche Prinzip, herb und geistig. Gelb ist das weibliche Prinzip, sanft, heiter und sinnlich. Rot die Materie, brutal und schwer und stets die Farbe, die von den anderen beiden bekämpft und überwunden werden muss!“

Selbst während des ersten Weltkrieges arbeitet Marc an seinem Skizzenbuch aus dem Felde bis er im März 1916 fällt. 

Die Art und Weise wie Marc die meisten seiner Bilder malte lässt sich am besten mit seinem eigenen Worten beschreiben: „Wir werden nicht mehr den Wald oder das Pferd malen, wie sie uns gefallen oder scheinen, sondern wie sie wirklich sind, wie sich der Wald oder das Pferd selbst fühlen, ihr absolutes Wesen, das hinter dem Schein lebt, den wir nur sehen.“[5]

Mit diesen Worten möchte ich auch meine kunstgeschichtliche Betrachtung zum Thema Pferd schließen. 

Zusammenfassend kann man sagen, dass das Thema Pferd seit Jahrtausenden in der Kunstgeschichte auftritt. Sei es als Jagdbeute, Mittel zur Unterstreichung der eigenen Macht und des eigenen Ansehens oder als Teil der Natur und eigenständiges Wesen.  

Franz Marc – Anatomische Pferdestudien – 1907/08

Franz Marc – Sich wälzendes Pferd – 1907/08

Franz Marc – Pferd in der Landschaft – 1910

Franz Marc – Die kleinen gelben Pferde – 1912

Franz Marc – Blaue Fohlen – 1913

Franz Marc – Stallungen - 1913

 

 


[1] Christian von Holst: Franz Marc – Pferde – S.37

[2] Christian von Holst: Franz Marc – Pferde – S.37

[3] Christian von Holst: Franz Marc – Pferde – S.44

[4] Christian von Holst: Franz Marc – Pferde – S.80

[5] Susanne Partsch: Franz Marc – S.39

 
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